Bericht über die vom DAAD geförderte Sommerschule 2009

Bericht über die vom DAAD geförderte Sommerschule „Georgien und die
Westintegration – Fortschritte und Hindernisse“ vom 21. August bis 6.
September 2009 in Tbilissi und Abastumani

Diesen Sommer hatte ich dank der Förderung des DAAD und dank des professionellen
Engagements von Gebhard Reul und David Aprasidze die Möglichkeit, mich über zwei
Wochen lang intensiv und eindrücklich mit dem Südkaukasus zu beschäftigen.

Am 21. August traf ich wie viele andere Teilnehmer in Tbilissi ein. Für mich war es bereits der
zweite Aufenthalt in Georgien, jedoch der erste in dieser Intensität. Der Transfer vom
Flughafen zu den Gastfamilien verlief problemlos und die Ankunft in der Gastfamilie war
trotz der späten Stunde sehr herzlich.

Die Sommerschule begann mit einer Exkursion über die georgische Heerstraße vorbei an der
Festung und Kirche Ananuri, bis hin zum Fuße des Kasbek. Überwältigt von unglaublichen
Ausblicken und wunderschöner Fauna lernten wir Teilnehmer uns langsam kennen.
Verwöhnt wurden wir dabei traditionell georgisch mit guten Essen und georgischem Wein.
Auch der darauf folgende Ausflug nach Bodbe zum Grab der heiligen Nino und zu anderen
Stätten, war herausragend schön und perfekt organisiert. Wir bekamen einen sehr guten
Eindruck von georgischer Natur- und Kulturlandschaft – wesentlich, auch um das Land
verstehen zu lernen.

Die erste Seminarwoche wurde von Dr. Uwe Halbach geleitet und fand statt, in den
Räumlichkeiten der Staatlichen Ilia Tschawtschawadse Universität in Tbilissi. Themen waren
Georgien und seine Nachbarländer, Internationale und Europäische Politik im Südkaukasus.
Das Programm war umfassend und intensiv und Uwe Halbach ein äußerst kompetenter
Dozent. Die Gruppe konnte sehr stark von seiner Erfahrung und seinem Wissen profitieren.
Hinzu kamen verschiedene georgische und internationale Referenten aus der Politik, aus
Regierungsorganisationen und aus Nichtregierungsorganisationen. Besonders in Erinnerung
geblieben sind mir das Gespräch mit dem Leiter der EUMM und das mit dem Vorsitzenden
der Europäischen Kommission. Ein persönliches Highlight war der Besuch des
Verteidigungsministeriums, um den neuen Verteidigungsminister bei seinem Amtsantritt zu
interviewen. Dabei bekam ich einen guten Einblick darin, wie Politik in Georgien medialisiert
wird. Auch unvergessen: Der Besuch einer von der GTZ gebauten und betreuten
Flüchtlingssiedlung bei Gori.

Die zweite Seminarwoche fand statt unter der Leitung von Prof. Dr. Otto Luchterhandt,
ebenfalls ein sehr kompetenter Kaukasus-Experte. Die Woche stand unter dem Thema Recht
und dementsprechend beschäftigten wir uns mit der Verfassungsentwicklung in den
südkaukasischen Ländern (Georgien, Armenien und Aserbaidschan), mit den
Sezessionsbestrebungen aus völkerrechtlicher Sicht und mit dem Status nationaler
Minderheiten in Georgien. Herangezogen wurden Referenten von der GTZ, vom Centre for
Minority Issues etc. Außerdem besuchten wir eine armenische Minderheit in Achalkalaki an
der georgisch-armenischen Grenze. Dies war möglich, da diese Seminarwoche in Abastumani
im Bordschomi-Nationalpark stattfand. Dadurch konnten wir weitere Exkursionen im
Landesinneren machen, unter anderem nach Achalziche und Wardsia, einer gigantischen
Felsenhöhlenstadt aus dem 12. Jahrhundert. Außerdem unternahmen wir nach den
Seminaren kleine Ausflüge in die Umgebung: Wanderungen in den Bergen, Baden in den
Schwefelbädern Abastumanis und Spaziergänge durch den verfallenden Ort. Besonders
schön waren die nächtlichen Besuche eines der örtlichen Observatorien. Mit einem Zeiss-
Teleskop von 1937 konnten wir Jupiter, den Mond und die Plejaden betrachten und über die
Geschichte der Astronomie in Georgien lernen.

Es war eine vielseitige, fordernde und keinen Moment langweilige Sommerschule, von
Beginn an bestens organisiert. Die Unterbringung in den Gastfamilien ermöglichte Kontakt
zu Einheimischen. Einige der Gastgeschwister haben an den Exkursionen teilgenommen, was
zum deutsch-georgischen Austausch beigetragen hat und von allen Beteiligten sehr begrüßt
worden ist. In Abastumani waren wir sehr komfortabel im neuen Gästehaus der Universität
beherbergt und konnten somit unsere gruppeninternen Kontakte intensivieren.

Ich habe viel für mich persönlich, vor allem aber für meine Beschäftigung mit dem Kaukasus
mitgenommen und bin sehr froh, dass ich in den Genuss des Unterrichts von Dr. Uwe
Halbach und Prof. Dr. Otto Luchterhandt gekommen bin.

Mein Dank gilt Gebhard Reul, David Aprasidze und dem DAAD.

Mit freundlichen Grüßen,

Anne-Marie Gröner


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